Ratgeber für Vermieter

Airbnb verlangt ab dem 13. Oktober 15,5 % — von Ihnen, nicht vom Gast.

· 7 Min. Lesezeit · aus Rovinj

Abend in einem istrischen Hafen — Fažana mit Kirchturm, Booten und Gästen an der Riva

Airbnb ändert die Abrechnung: Statt dass der Gast seine eigene Gebühr zahlt und Sie 3 %, landet die komplette Gebühr von 15,5 % künftig bei Ihnen. Wer seine Preise nicht bis zum 13. Oktober anpasst, bekommt pro Nacht rund 13 % weniger ausgezahlt — bei denselben Gästen und denselben Terminen.

Keine Panik und keine dramatischen Schlagzeilen: Die Änderung ist real, die Rechnung aber auch. Gehen wir die Zahlen durch, die Fristen — und die Lehre, die sich wirklich daraus ziehen lässt.

Was sich genau ändert

Bisher teilten sich Gastgeber und Gast die Gebühren. Sie setzen einen Preis von etwa 100 €: Der Gast sah an der Kasse rund 115 € (seine Gebühr von 14–16 % kam obendrauf), und nach Ihren 3 % blieben Ihnen etwa 97 €.

Im neuen Modell — von Airbnb „Vereinfachung der Servicegebühren“ genannt — entfällt die Gastgebühr und Sie zahlen einheitlich 15,5 %, und zwar auf Übernachtungspreise, Reinigung und jede weitere Gebühr, die Sie berechnen. Airbnbs eigenes Beispiel: Sie setzen 115 € an, der Gast sieht 115 €, und Ihnen bleiben rund 97 € — genau wie vorher, sofern Sie Ihren Preis von 100 € auf 115 € angehoben haben.

Und genau da liegt der Haken: Wer nichts tut, bleibt bei 100 € — der Gast zahlt jetzt weniger als zuvor, und Ihnen bleiben nach der Gebühr 84,50 €. Die Differenz haben Sie verschenkt, zur Hälfte an den Gast und zur Hälfte an Airbnb.

Die Rechnung für eine Immobilie in Kroatien

Nehmen wir eine Villa, die über Airbnb 30.000 € im Jahr macht. In Kroatien gemeldete Vermieter führen auf die Servicegebühr von Airbnb in der Regel 25 % Mehrwertsteuer im Reverse-Charge-Verfahren ab — die Zahlen sehen damit so aus:

  • Bisher: 3 % Gebühr = 900 € + 225 € Mehrwertsteuer = 1.125 € pro Jahr.
  • Künftig: 15,5 % Gebühr = 4.650 € + 1.162,50 € Mehrwertsteuer = 5.812,50 € pro Jahr.
  • Die Differenz: rund 4.700 € pro Jahr — wenn die Preise bleiben, wie sie sind.

Um netto gleich viel zu behalten, müssen die Preise um etwa 15 % steigen — mit der Mehrwertsteuer auf die höhere Gebühr realistisch eher um 18 %. Das ist keine Schätzung von uns, sondern Arithmetik; die genauen Zahlen für Ihre Situation (Pauschalbesteuerung, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Ansässigkeit) besprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie die Preisliste anfassen.

30.000 € ist unser Beispiel, nicht Ihres. Tragen Sie Ihren eigenen Umsatz in den Provisionsrechner ein und sehen Sie, was diese Änderung bei Ihnen bedeutet — in einer Saison und in zehn.

Was bis zum 13. Oktober zu tun ist

  • Preise mit dem Airbnb-Tool anpassen. Eine einmalige Sammelanpassung über alle Inserate. Frist für den EWR und die Schweiz: 13. Oktober 2026 (15. September außerhalb des EWR).
  • Selbst erledigen. Co-Gastgeber können diese Anpassung nicht für Sie auslösen.
  • Channel Manager prüfen. Wenn Sie Preise über eine Software synchronisieren, kann die Umstellung Sie früher erreichen — lesen Sie die Hinweise Ihres Anbieters.
  • Nur mit neuen Buchungen rechnen. Die neue Gebühr gilt für Buchungen nach Ihrer Umstellung; bestehende bleiben nach altem Modell.
  • Steuerberater anrufen. Höhere Bruttopreise verändern Ihre Aufzeichnungen — besser jetzt fragen als im Oktober.

Was diese Änderung eigentlich zeigt

Es geht nicht darum, dass Airbnb „böse“ wäre. Der Punkt ist einfacher und unbequemer: Über die Bedingungen eines Kanals, der Ihnen nicht gehört, bestimmen Sie nicht. Eine einzige Entscheidung der Plattform hat Ihre Marge um mehr als zehn Prozentpunkte verschoben — und das Einzige, was Sie tun können, ist, sich bis zu einer Frist zu fügen, die jemand anders gesetzt hat. Diesmal sind es 15,5 %. Wie hoch es beim nächsten Mal ist, wissen weder Sie noch wir.

Deshalb ist „ich verlasse Airbnb“ der falsche Schluss — für die meisten Vermieter bringen die Portale weiterhin Gäste, die sie allein nicht erreichen, worüber wir ausführlich geschrieben haben. Der richtige Schluss lautet: Ein Kanal, der Ihnen gehört, ist kein Nice-to-have mehr. Er ist zur Versicherung geworden.

Eine Direktbuchung ist jetzt 15,5 % mehr wert

Es gibt auch eine gute Nachricht, und sie ist nicht klein. Im alten Modell lag Ihre Gebühr bei 3 %, eine Direktbuchung statt einer über Airbnb brachte Ihnen also wenig — den größten Teil der Ersparnis steckte der Gast ein. Jetzt ist es umgekehrt: Jede Buchung über Ihre eigene Website statt über Airbnb ist für Sie 15,5 % mehr wert. Bei der Villa aus unserem Beispiel bleiben pro Viertel des Umsatzes, das in den Direktkanal wandert, rund 1.450 € im Jahr bei Ihnen — und das jedes Jahr.

Und weil Gäste auf Airbnb nun Ihren vollen Preis sehen, können Sie zum ersten Mal auf Ihrer eigenen Seite einen sichtbar niedrigeren Preis anbieten — etwa 8 % Nachlass für die Direktbuchung — und trotzdem deutlich mehr verdienen als über Airbnb. Der Gast fährt besser, Sie fahren besser; bisher nahm der Vermittler genau diese Differenz. Wie eine Seite aussieht, die das tragen kann, sehen Sie an derDemo der Steinvilla.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die neue Airbnb-Provision?

Einheitlich 15,5 %, und sie zahlt ausschließlich der Gastgeber. Berechnet wird sie auf den gesamten Buchungsbetrag: Übernachtungen, Reinigungsgebühr, Haustiere und zusätzliche Gäste. Die bisherige Gastgebühr entfällt.

Bis wann muss ich meine Preise anpassen?

Gastgeber im EWR, einschließlich Kroatien, haben bis zum 13. Oktober 2026 Zeit. Die neue Provision gilt nur für Buchungen, die nach Ihrer Umstellung eingehen.

Zahlen Gäste dadurch mehr?

Eigentlich nicht. Wenn Sie den Preis um rund 15 % anheben, sieht der Gast denselben Endpreis wie zuvor — seine eigene Gebühr entfällt ja. Ohne Preisanpassung zahlt der Gast weniger, und die Differenz tragen Sie.

Fällt auf die Airbnb-Provision Mehrwertsteuer an?

In der Regel ja — Vermieter in Kroatien führen auf die Leistung einer EU-Plattform 25 % Mehrwertsteuer im Reverse-Charge-Verfahren ab, was die höhere Provision noch teurer macht. Die genaue Behandlung in Ihrem Fall klären Sie mit Ihrem Steuerberater.

Der nächste Schritt kostet nichts

Wenn diese Änderung auch Ihre Zahlen verschoben hat, machen Sie mit uns dasselbe, was Sie gleich mit Airbnbs Tool tun — nur zu Ihren Gunsten. Schicken Sie uns den Link zu Ihrem Inserat, und Sie bekommen eine kostenlose Demo der Website Ihrer Immobilie zurück, mit Ihren Fotos und Ihrem Namen. Unverbindlich; die Demo gehört Ihnen. Wir sind in Rovinj — in der Saison können wir uns auch persönlich treffen.

Kostenlose Demo Ihrer Immobilie anfordern

P.S. Airbnb hat Ihnen bis zum 13. Oktober eine Frist gesetzt, um Ihre Preise an die neue Gebühr anzupassen. Für den Aufbau des Kanals, in dem es gar keine Gebühr gibt, setzt Ihnen niemand eine Frist — die Saison 2027 kommt trotzdem.